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Den richtigen Schnitt gezeigt

Mitglieder der FF Rampoldstetten bildeten sich fort

Die Feuerwehren sind vielseitig im Einsatz. Oftmals wird davon gesprochen, dass innerhalb kürzester Zeit für jeglichen Schadensfall „Profis“ vor Ort sind. Dazu braucht es die entsprechenden Aus- und Weiterbildungen im Feuerwehrwesen. Gerade im waldreichen Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Rampoldstetten hat man sich daher dazu entschlossen, die Thematik „Motorsäge“ weiter zu vertiefen. Kommandant Christian Hubauer hatte dazu mit Kreisbrandmeister Thomas Stadler aus Straubing-Bogen einen Fachmann nach Altenkirchen geholt. Dieser ging in Theorie und Praxis auf die Sicherheitsfalltechnik und den Sicherheitsschnitt näher ein. Dazu hatte er auch einen Spannungsimulator mitgebracht, um tatsächlich Bäume unter Spannung zu stellen und dann den „Schadensfall“ abzuarbeiten.

 

Im Theorieteil beschäftigte man sich eingangs mit dem Arbeitsgerät, der Motorsäge. In welche Richtung läuft die Kette? Wie ist die Schnittführung am liegenden Holz vorzunehmen? – diesen Fragen und noch mehr ging man auf den Grund. Stadler stellte den Fächerschnitt vor, der bei liegendem Holz ohne Spannung zum Einsatz kommt. Er riet dazu, den Krallenanschlag als Hebelpunkt zu nutzen. Der Stechschnitt komme beim liegenden Holz zum Einsatz, das leicht unter Spannung stehe. Dabei gelte es, nicht mit der oberen Schwertspitze in das Holz einzutauchen. Vom sogenannten „Kickack“ sprach er. Grundlagen von Zug und Druck wurden erarbeitet. Weiter stellte er den Entlastungsschnitt bei geringeren Durchmessern vor. Auf der Druckseite gilt es vorsichtig einzuschneiden und dann auf der Zugseite rasch zu durchtrennen. Weiter ging man auf die Schneidetechnik bei Seitenspannung ein.

Die Teilnehmer der FF Rampoldstetten beim Motorsägenkurs.

 

Vielzahl an Voraussetzungen

Gesetzliche Grundlagen zur Arbeitssicherheit im Forstbereich kamen zur Sprache. Derlei Vorschriften zeigen mögliche Gefahren auf, regeln, wer die Verantwortung trage, und definieren auch Sicherheitsstandards. „Diese Vorschriften dienen Eurer Gesundheit“, so Stadler zusammenfassend und ging auf die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) näher ein. Denn insgesamt ist Waldarbeit durchaus gefährlich. Ob Regen, Hitze, Frost, Schnee oder Krankheitsüberträger oder auch die Wucht fallender Bäume, herabstürzende Äste beim Totholz und dann noch die Werkzeuge und Maschinen – es kann Lebensgefahr bestehen und das auf vielfältige Weise. Die Verantwortung trage der Unternehmer, denn er habe die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen sicheren Arbeitsablauf zu schaffen, zu erhalten und zu überwachen. Der Versicherte habe durch sein Verhalten den sicheren Arbeitsablauf zu gewährleisten. Beide sind also dazu verpflichtet, die UVV zu kennen und zu beachten. In den Vorschriften ist unter anderem enthalten, dass der Unternehmer die persönliche Schutzausrüstung bereitzustellen habe. Diese ist bestimmungsgemäß zu benutzen und regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen. Mängel sind unverzüglich zu beseitigen. Für Arbeiten mit der Motorsäge habe der Unternehmer Schutzhelm, Gehörschutz, Gesichtsschutz, Handschutz und Schnittschutzhose mit Schutzschuhen bereitzustellen. Auf die einzelnen Ausrüstungsgegenstände ging man näher ein, ebenso auf entsprechende Prüfzeichen und Anforderungen.

Thomas Stadler (rechts) führte durch den Praxisteil und ließ das theoretisch erlernte Wissen anwenden.

 

Gute Arbeitstechnik

Im Mittelpunkt stand zudem die Werkzeug- und Maschinenhandhabung. Wie hält man die Motorsäge richtig? Wie halte ich sie beim Gehen und worauf gilt es in der Handhabung zu achten? – der Theorieteil war umfassend und konnte später in der Praxis direkt umgesetzt werden. „Machen Sie es sich leichter“, bat Stadler. Von der guten Arbeitstechnik mit sicherem Stand oder auch davon, dass die Motorsäge beim Entasten am Stamm abgestützt werden kann, sprach er. Hilfsmittel erleichtern die Arbeit ungemein. Genannt wurden Fällheber, Fällkarren, Schubstange oder Packzangen. Und auch das rückenschonende Arbeiten kam zur Sprache. „In die Knie gehen, den Rücken gerade halten“, so die klare Ansage von Stadler. Beim Entasten mit der Motorsäge solle eine leichte Maschine gewählt werden. Die Hebelwirkung gilt es zu nutzen und den Schnitt mit der Schwertspitze zu vermeiden. Bei derlei Arbeiten ist die Thematik Erste Hilfe nicht außer Acht zu lassen. Es ist sicherzustellen, dass im Ernstfall sofort Erste Hilfe geleistet werden kann. Daher solle man nie alleine arbeiten, immer Verbandsmaterial mitführen und den Rettungspunkt wissen. Rettungskräfte sollen zügig alarmiert werden können, weshalb man ein Handy mitführen und den Netzempfang prüfen sollte. Die Rettungskette stellte der Referent näher vor, die von Sofortmaßnahmen, Notruf, Warten am Treffpunkt bis hin zum Organisieren von Helfern, Erster Hilfe und dem Rettungsdienst und Krankenhaus reicht. Schließlich ging es nach draußen, wo im Spannungssimulator schon der erste Baumstamm wartete. Die Bäume wurden von der Firma Salzberger zur Verfügung gestellt. Der Kurs selbst wurde durch den Markt Frontenhausen ermöglicht, wofür der Vereinsvorsitzende Martin Blenninger sowie der Kommandant Christian Hubauer ihren Dank aussprachen.

 

Quelle: Dingolfinger Anzeiger, Monika Ebnet

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